Wohnmobil-Werkstatt · Heuchelheim

Wohnmobil autark: Solaranlage, Lithium-Batterie, 230 Volt

Wie lange Ihr Wohnmobil ohne Landstrom auskommt, hängt an drei Bauteilen: Solaranlage, Aufbaubatterie und – wenn Sie 230-Volt-Geräte nutzen wollen – Wechselrichter. Wir bauen alle drei ein, dazu Ladebooster und passende Ladetechnik, als Komplettsystem oder einzeln. Ein Standardpaket gibt es dabei nicht: Entscheidend ist, wann im Jahr Sie unterwegs sind.

Weißer Kastenwagen mit Solarmodulen auf dem Dach auf einer Heidelandschaft
Standzeit
mindestens 1 Woche
Beratung
kostenlos
Umfang
Komplettsystem oder einzelne Teile
Batterie
in der Regel Lithium (LiFePO₄)

Was „autark“ konkret bedeutet

Autark heißt: Ihr Fahrzeug versorgt sich selbst mit Strom, ohne dass Sie an einer Säule stehen. Wie lange das trägt, hängt an drei Bauteilen, die aufeinander abgestimmt sein müssen – Solarmodule auf dem Dach, eine Aufbaubatterie und, wenn Sie 230-Volt-Geräte betreiben wollen, ein Wechselrichter.

Der häufigste Fehler ist, nur eine dieser Komponenten zu vergrößern. Eine doppelt so große Batterie bringt wenig, wenn das Solardach sie im Herbst nicht mehr vollbekommt.

Ein Standardpaket gibt es nicht

Die ehrliche Antwort auf „Was brauche ich?“ lautet: so viel, wie sinnvoll auf Ihr Fahrzeug passt. Entscheidend ist weniger die Zahl der Tage als die Frage, wann Sie unterwegs sind. Im Sommer liefert ein Solardach ein Vielfaches dessen, was es im Oktober schafft.

Deshalb rechnen wir mit Ihrem tatsächlichen Verbrauch. Wir fangen bei den Posten an, die jeden Tag anfallen – allein das Licht kann rund 20 Ah am Tag ausmachen – und bauen die Anlage darauf auf. Wie Sie Ihren Bedarf selbst überschlagen, steht im Ratgeber Wohnmobil autark: Wie viel Solar und Batterie brauche ich?

Solaranlage

Die Solarmodule laden die Aufbaubatterie tagsüber nach. Bei Solar arbeiten wir mit Wattstunde als Vertragspartner. Wie viel Leistung aufs Dach passt, hängt weniger an der Fläche als an dem, was schon oben ist – Dachluken, Antenne, eine Klimaanlage. Das messen wir am Fahrzeug aus.

Wichtig für die Planung: Zwischen November und Februar liefert auch ein großes Dach nur einen Bruchteil des Sommerertrags. Wer im Winter frei steht, plant Solar als Ergänzung.

Lithium-Batterie und Ladebooster

Die Aufbaubatterie ist der teuerste Einzelposten und die Entscheidung, die am längsten nachwirkt. Wir verbauen in aller Regel Lithium (LiFePO₄) – vor allem, weil Sie davon deutlich mehr Kapazität tatsächlich nutzen können als bei AGM. Bei Batterien sind wir Vertragspartner von SuperVolt, Tigerexped und Truma, dazu verbauen wir Victron.

Damit die neue Batterie auch voll wird, muss die Ladetechnik passen. Wir bauen Ladebooster ein, die beim Fahren aus der Lichtmaschine laden, und stimmen Laderegler und Absicherung auf die Batterie ab. Den ausführlichen Vergleich finden Sie im Ratgeber Aufbaubatterie im Wohnmobil: Lithium oder AGM?

Wechselrichter für 230 Volt

Einen Wechselrichter brauchen Sie nur, wenn Geräte mit Schukostecker laufen sollen – Kaffeemaschine, Föhn, das Netzteil vom Laptop. Wir bauen ihn ein und legen ihn so aus, dass Batterie und Absicherung dazu passen.

Eine Grenze gibt es: Eine Dachklimaanlage lässt sich über Batterie und Solar kaum sinnvoll betreiben – wer beides will, sollte das vorher mit uns durchrechnen.

Komplett oder Schritt für Schritt

Sie müssen nicht alles auf einmal machen. Wir bauen auch einzelne Teile ein – nur ein Solarmodul, nur eine neue Batterie, nur einen Ladebooster oder nur einen Wechselrichter. Wichtig ist nur, dass das Neue zum Vorhandenen passt. Das prüfen wir vorher.

Grundsätzlich verbauen wir nur Teile, die für Fahrzeuge zertifiziert sind.

Lithium oder AGM – der direkte Vergleich

Kriterium AGM LiFePO₄ (Lithium)
Nutzbare Kapazität etwa 50 % etwa 90 %
Gewicht bei gleicher Nutzkapazität hoch rund die Hälfte
Ladezeit lang deutlich kürzer
Tiefentladung schädlich unkritisch
Anschaffung günstiger höher
Sinnvoll ab gelegentliche Kurztrips ab etwa 3 Tagen autark

Wer zwei- bis dreimal im Jahr mit Strom auf dem Campingplatz steht, kommt mit AGM aus. Wer frei stehen will, nutzt bei Lithium die Kapazität, für die er bezahlt hat, deutlich besser aus.

Ein typisches Beispiel

Beispielrechnung

Zwei Personen, drei Tage ohne Landstrom

Licht ca. 20 Ah / Tag
Kühlschrank (Kompressor, ganztags) ca. 40 Ah / Tag
Wasserpumpe, Heizungsgebläse, Laden von Handy und Laptop ca. 15 Ah / Tag
Bedarf über drei Tage ca. 225 Ah

Das ist ein Rechenbeispiel, keine Empfehlung. Wie groß Batterie und Solardach bei Ihnen sein sollten, hängt vor allem davon ab, wann im Jahr Sie unterwegs sind – deshalb rechnen wir Ihren Bedarf vor dem Einbau gemeinsam durch, statt Ihnen ein Paket zu verkaufen.

Was wir verbauen – und warum

Wir arbeiten mit festen Partnern und verbauen nur Systeme, die wir im Detail kennen. So bekommen wir Ersatzteile schnell und können im Garantiefall direkt abwickeln.

SuperVolt Lithium-Batterien
Wattstunde Solarmodule
Victron Batterie- und Ladetechnik
Truma Bordtechnik und Zubehör
Tigerexped Autarkie-Systeme

So läuft es ab

  • Kostenlose Beratung: Wir gehen durch, wann und wie Sie reisen, und rechnen den Bedarf
  • Angebot mit Komponentenliste
  • Einbau – planen Sie mindestens eine Woche Standzeit ein
  • Übergabe mit Einweisung und ausführlicher Dokumentation

Häufige Fragen

Wie lange steht mein Wohnmobil für den Einbau?

Für ein Autarkie-Paket planen Sie mindestens eine Woche ein. Bei einzelnen Teilen sagen wir Ihnen den Rahmen im Beratungsgespräch.

Bauen Sie auch nur ein Solarmodul oder nur eine Batterie ein?

Ja. Wir bauen auch einzelne Teile ein und prüfen vorher, ob das Neue zum Vorhandenen passt.

Bauen Sie auch Ladebooster ein?

Ja. Ein Ladebooster lädt die Aufbaubatterie beim Fahren über die Lichtmaschine – bei modernen Fahrzeugen kommt ohne ihn oft erstaunlich wenig an.

Kann ich mein bestehendes System erweitern?

Meistens ja. Ob sich das lohnt, hängt vom Alter der vorhandenen Batterie und vom Laderegler ab. Mischen Sie alte und neue Batterien, richtet sich die Gesamtleistung nach der schwächsten – dann ist ein Komplettwechsel oft die günstigere Rechnung.

Reicht Solar auch im Winter?

Zum Vollladen in der Regel nicht. Zwischen November und Februar erreicht ein Dach je nach Standort nur einen Bruchteil des Sommerertrags. Wer im Winter frei steht, plant Solar als Ergänzung und lädt zusätzlich über die Lichtmaschine.

Brauche ich zwingend einen Wechselrichter?

Nur, wenn Sie Geräte mit 230 Volt betreiben wollen – etwa Kaffeemaschine oder Föhn. Für Licht, Pumpe, Kühlschrank und Laden per USB reicht das 12-Volt-Bordnetz.

Kann ich mit Klimaanlage autark stehen?

Kaum. Eine Klimaanlage braucht so viel Strom, dass selbst große Batterien und ein volles Solardach nicht lange mithalten.

Was kostet das?

Pauschalpreise nennen wir bewusst nicht. Der Preis ergibt sich aus den Teilen und der Zeit, die die Arbeit an Ihrem Fahrzeug tatsächlich braucht. Vorher bekommen Sie ein Angebot, nachher eine ausführliche Dokumentation, was verbaut wurde.

Bekomme ich ein Ersatzfahrzeug?

Ja, auf Wunsch – für eine Pauschale von 50 €. Das gilt für Wohnmobil- und Kfz-Aufträge.

Reden wir über

Sagen Sie uns kurz, wie Sie reisen – wir sagen Ihnen ehrlich, was Sie dafür brauchen. Und was nicht.